Phantasy Star IV für Sega Mega Drive / Genesis (leichte Spoiler)

Phantasy Star IV wird von vielen als Meisterwerk bezeichnet. Ich habe es durchgespielt und neben viel Licht gibt es leider auch etwas Schatten:

Fangen wir mit der Grafik an. Meiner Meinung nach bietet das 24 MBit Modul die schönste Grafik eines Mega Drive Spiels. Die Charaktere, die Sci-Fi-Welten, die Monster und die Städte sind sehr detailliert gezeichnet. Wichtige Konversationen werden zusätzlich durch Anime-Bilder wie bei einem Manga/Comic illustriert, was eine tolle Atmosphäre erzeugt. 

Auch der Soundtrack ist Spitzenklasse. Die vielen Musikstücke passen perfekt zu den jeweiligen Spiel-Situationen. Eigentlich gefallen mir alle Titel sehr gut, so richtige Ausfälle sind nicht dabei.

Die erzählte Geschichte ist ganz in Ordnung. Am Anfang wird die Umweltzerstörung und die Gefahren durch KI/AI thematisiert, was immer noch aktuelle Themen sind. Später nimmt die Story ihren üblichen Lauf wie bei so vielen Rollenspielen. Man sollte keine großen Twists oder Überraschungen erwarten. Die eigene Party umfasst bis zu 5 Mitglieder. Es schließen sich unserem Protagonisten immer wieder neue Kämpfer an oder verlassen die Party. Dies hat mich doch sehr gestört. Ich spiele lieber das ganze Spiel mit der gleichen Party vom Anfang bis zum Ende. Aber das ist sicherlich Geschmackssache.

Die vielen Zufallskämpfe laufen flüssig ab. Neben dem Angriff mit der Waffe stehen etliche Zaubersprüche und sogenannte Skills (Spezialattacken mit der Waffe oder spezielle Zaubersprüche) zur Verfügung. Die Monster sind anfangs sehr vielfältig, zum Ende hin variiert dann meist nur noch der Name und die Farbe. In der Regel sind die Standardgegner zügig besiegt. Allerdings müssen nach fast jedem Kampf die Charaktere geheilt werden, wenn sie nicht overpowered sind. Dies nervt zeitweise doch extrem. Ausnahme sind die Androiden, deren Lebensenergie durch jeden Schritt regeneriert wird, was ich für eine tolle Idee halte. Leider sind die Kämpfe ohne Tiefgang - vor richtige Probleme durch Zustandsveränderungen o. ä. wird man fast nie gestellt. 

Bis auf eine Ausnahme sind die Dungeons sehr überschaubar. Rätsel gibt es im ganzen Spiel so gut wie keine. Einer der beiden Gänge führt zur Schatztruhe, der andere ins nächste Stockwerk. Dieser Punkt hat mich bei diesem Spiel am meisten gestört. Man muss nie Angst haben, mitten im Dungeon zu sterben. Ein weiteres Problem ist die fehlende Speichermöglichkeit vor den jeweiligen Bossen in den Dungeons. Sicherheitshalber sollte man das ausgeräumte Dungeon vor dem Boss per Zauberspruch wieder verlassen, um die gesammelten Items und Erfahrungspunkte zu behalten. Danach dann nochmal schnell zum Boss laufen und diesen besiegen. Wie es besser geht zeigt ein perfekt designtes Schloss mit 2 harten Bossen. Weshalb die restlichen Dungeons nicht so gut gelungen sind, wissen wohl nur die Programmierer.

Das Spiel hat mir trotzdem sehr viel Spass gemacht. Wer ein einfaches und sehr lineares Rollenspiel der alten Schule sucht, wird sehr gut unterhalten.

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